Schloss Kropsburg

Kurze Chronik der Kropsburg

Im Mittelalter ist das Land am Rhein mehrere Jahrhunderte hindurch Mittelpunkt des Reiches. Die mächtigen Hohenstaufen begründen die Reichsfeste Trifels und regieren von hier aus die weitausgedehnten Lande. Zum Schutze des Trifels, in dessen massiver Kapelle die Reichskleinodien aufbewahrt werden, entsteht ein ganzer Kranz von Burgen. So entsteht die Kropsburg um 1200. Zuerst ist sie eine Ganerben- oder Gemeinschaftsburg, eine Zufluchtsstätte adeliger Familien, aus der Ebene in Kriegszeiten. Zugleich beherrscht sie den Weg durch das Tal nach Westen.

Die Macht der Kaiser schwindet, zerfleischende Hausmachtskämpfe lassen das Reich zerfallen. Burg und Dorf kommen in den Besitz der Speyerer Bischöfe. Die Geschlechter von Kropsberg, von Ochsenstein, von Odenbach und andere sind Lehensleute auf der beherrschenden Höhe. Die Burg wird durch Hinzu- und Ausbauten Doppelburg mit 300 Gewappneten. 1441 kommt die gesamte Burganlage in den alleinigen Besitz der aus dem Hunsrück stammenden feudalen Freiherrn von Dalberg, Kämmerer von Worms. Ihr Burgbezirk beginnt am rechten Kropsbachufer und erstreckt sich nach Süden bis an die Grenzen des Klosters Heilsbruck. Ausgedehnte Waldungen im Elmsteiner Tal und bei Esthal rundeten den großen Grundbesitz dieser Bannerträger des Reiches ab. Um diese Zeit ist einer der Großen dieses Geschlechts, der berühmte Humanist Joh. von Dalberg Erzbischof von Mainz. Unter ihm wird die Herrschaft Ober- und Unter-Essingen mit ihrem Wasserschloß erworben. Bauernkrieg und 30-jähriger Krieg schlagen der Burg keine allzuschweren Wunden. Ihre endgültige Zerstörung erfolgt im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689.

Die Raubheere Ludwig XIV. unter den berüchtigten Generlaen Melac und Montclar zerstören das schöne Schloß zu Heidelberg, brennen den Dom zu Speyer nieder und machen den fruchtbaren Gottesgarten „Vorderpfalz“ zu einem „Land der verbrannten Erde“. Sie stürzen damit und durch fast unaufbringliche Kontributionen die Wein-, Acker- und Gemüsebauern in unsägliches Elend.

Aus den Steintrümmern der Kropsburg errichten sich die ehemaligen Bediensteten der beliebten Herrschaft „von Dalberg“ an beliebigen, witterungsgeschützten Stellen an und im Burggemäuer kleine primitive Steinhütten, um ihr armseliges Leben zu fristen. (Um das Jahr 1800 war die Zahl dieser eigenartigen Burgbewohner auf etwa 100 Köpfe angewachsen).

Da baute ein verarmter Sproß der reichsfreien Herrn v. Dalberg, Jakob Amandus, 1771 im Trümmergelände der Unterburg sich ein einfaches Wohnhaus als Asyl, das heute in ein Restaurant mit herrlicher Fernsicht umgebaut ist.

Zeitgenössische Verwandte aus dem edlen Geschlecht des Jakob Amandus von Dalberg bringen es zu hohen Ämtern und Ehren.

Karl Freiherr von Dalberg ist Domherr zu Würzburg, Mainz und Worms, Leiter der Universität Würzburg Stadthalter von Erfurt, Erzbischof von Mainz, Großherzog von Frankfurt, Bischof von Regensburg und Vorsitzender des Napoleon hörigen Rheinbundes.

Wolfgang Heribert von Dalberg Hofintendant am Hofe des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz zu Mannheim, ermöglicht die Uraufführung von „Schillers Räuber“.

Hermann von Dalberg genießt als großherzoglisch badischer Finanzminister hohes Ansehen.

Die wohltätige, vielgeliebte Gräfin Marianne von der Leyen, geborene Reichsfreiin von Dalberg, entwickelt in den achtziger Jahren des 18. Jahrhunderts die Grafschaft Blieskastel zu hoher Blüte. In den unerbittlichen Revolutionskriegen 1792 - 94 betreut sie ihre Untertanen mit mütterlicher Sorgfalt. Nur durch heimliche Flucht in rechtsrheinisches Gebiet kann sie das nackte Leben retten.

Der letzte Sproß dieser angesehenen Adelsfamilie Bischofsfreiherr Johann von Dalberg, Kämmerer von Worms, Besitzer der Herrschaften Datschitz, Friesenhausen und Erlaxe in Ungarn stirbt am 21.4.1940. Seine Erbin und Schwester Maria Anna, Prinzessin zu Salm - Salm, geb. Reichsfreiherrin von Dalberg, lebt in Deutschland. Deren Sohn verwaltet die dem Geschlecht noch verbliebenen Güter Wallhausen im Gräfenbachtal am Soonwald im Hunsrück.

„Am Burghof goldner Abendschimmer!
Avegeläute fern und nah!
Horch! Geisterhauch? Durch Schutt u. Trümmer
Der Kaiser ruft! „Kein Dalberg da?“

(Fritz Claus)